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Werbeaussagen in der Kosmetik

Fekunda

Fekunda-Projektmanagement, kosmetische Entwicklung

Deklarierte die kosmetische Industrie ihre Produkte falsch? Seit gut einem Jahr gibt es jetzt die Werbeaussagen-Verordnung der EU.

Seit gut einem Jahr ist die Verordnung EU 655/2013 zur Festlegung gemeinsamer Kriterien zur Begründung von Werbeaussagen im Zusammenhang mit kosmetischen Produkten in Kraft. Das es einer solchen Verordnung bedarf, lässt darauf schließen, das die kosmetische Industrie übermäßig falsche Aussagen auf kosmetischen Produkten deklarierte.

Wie in jedem anderen Bereich auch, gibt es schwarze Schafe. Meistens sind sie es, die den Gesetzgeber dazu bringen, etwas zu regulieren. Im Online-Bereich war es erst kürzlich die allseits bekannte Button-Regelung. Hier griff der Gesetzgeber ein, um sogenannte Abofallen zu verhindern. Bei den online-Shops war dieses Problem nicht, aber sie wurden durch die gesetzgeberische Arbeit ebenfalls dazu veranlasst, ihre Buttons zu ändern. Genauso kann man es im Bereich der Kosmetik sehen.

Die ebenfalls von der EU herausgegebene beispielhafte Anleitung gibt einen Eindruck, wo die meisten Problemfälle vorgelegen haben:

Rechtliche Aussagen

In der Werbung darf nicht mit rechtlichen Aussagen geworben werben. Aussagen wie „das Produkt entspricht der Kosmetik Verordnung“ ist nicht erlaubt, da alle Produkte in der EU der Kosmetikverordnung entsprechen müssen. Dazu gehört, das jedes Produkt einem mikrobiologischen Belastungstest unterzogen wurde. Dieser mikrobiologische Belastungstest ist Bestandteil der Sicherheitsbewertung, die für jedes kosmetische Produkt zwingend erforderlich ist. Und drittens ist jedes Produkt in der EU zu notifizieren, also in Brüssel anzumelden. Eine zeitaufwändige und teure Prozedur.

Des weiteren darf nicht mit Aussagen bezüglich verbotener Stoffe geworben werden. Die Aussage „das Produkt enthält nicht Stoff A“ ist untersagt, wenn der Stoff A in der Kosmetik verboten ist. Ist der Stoff A in der Kosmetik erlaubt, aber im Produkt eingearbeitet, darf diese Aussage auch nicht gemacht werden.

Aussagen zur Wirksamkeit

„48 h Effekt“ oder ähnliche Aussagen müssen durch Untersuchungen belegt sein. Ebenso sind Aussagen, die sich auf die Wirksamkeit des kosmetischen Produktes beziehen, durch Untersuchungen zu belegen. Der Endanwender kann sich auf diese Aussagen verlassen. Er hat kein Recht, die Untersuchungsergebnisse zu erfahren, sie unterliegen weiterhin der Geheimhaltung.

Aussagen im Umgang mit Wettbewerbern

Aussagen wie „im Gegensatz zum Produkt X enthält unser Produkt nicht den Inhaltsstoff Y“ sollte man unterlassen, um die Fairness zwischen den Anbietern zu wahren. Dazu gehören auch Aussagen wie „Sehr gut verträglich, da frei von Mineralöl“. Ein bekannter Anbieter von Massageölen deklariert ein Produkt, welches hauptsächlich aus Minerölkomponenten besteht als natürlich. Für Anhänger der Naturkosmetik ein absolutes no go, aber letztlich ist Mineralöl ein Produkt, welches natürlich in unserem Erdinnern entsteht. Die Aussage ist korrekt, wird aber unterschiedlich interpretiert.

Kosmetik

LaCoperta – Heimtextilien und Kosmetik

Da in dem abgelaufenen Jahr keine schwerwiegenden Gerichtsverfahren zum Thema Werbeaussagen bekannt geworden sind, ist davon auszugehen, dass diese Verordnung im Prinzip der Harmonisierung in der EU dient. Für den Verbraucher bedeutet dies, dass er sich im wesentlichen auf die Werbeaussagen in der Kosmetik verlassen kann. Dies gilt natürlich auch für die kosmetischen Produkte, die im Online-Shop LaCoperta vertrieben werden. LaCoperta arbeitet eng mit dem Unternehmen FEKUNDA zusammen, das Produkte auch auf seine Werbeaussagen überprüft.

Werbeaussagen bei Händlern von Naturkosmetik

Das Internet wird heute oftmals als Vertriebsplattform genutzt. Das ist für den Verbraucher auch hilfreich und aufschlußreich. Auffallend ist nur, dass einige Zeitgenossen in Deutschland, Österreich und der Schweiz – also im deutschsprachigen Raum – keine Argumente für ihre Produkte finden. Sie machen den Wettbwerb schlecht und glauben, sich so einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen. Diese Form des Wettbewerbs hat mir noch nie behagt und deshalb habe ich mich systematisch von alle Firmen getrennt, deren Vertriebsbeauftrage als einziges Argument den ja so schlechten Wettbewerber kannten.

Im Bereich der Naturkosmetik findet man dieses Verhalten ebenfalls. Offenbar ist es den Herstellern ziemlich egal, wie ihre Produkte vertrieben werden. Da wird von einigen Händlern gegen die Chemie gewettert, was es das Zeug hält. Aber wenn man die Argumente mal liest, dann stellt man sehr schnell fest, dass diese Personen überhaupt keine Ahnung davon haben, was sie schreiben. Copy & Paste heißt das Zauberwort.

  • Da werden kosmetische Silikonverbindungen als biologisch nicht abbaubar beschrieben – dann dürften sie erst gar nicht verkauft werden.
  • Da wird 1,4-Dioxan mit Dioxin verwechselt – da würde kein Hersteller mehr Ethoxylate herstellen und der Vertrieb wäre längs verboten worden.
  • Da werden Sicherheitsdaten ohne Kenntnis der Bedeutung verwendet, nur um dem Verbraucher zu zeigen, wie schädlich doch sein jetziges Produkt angeblich ist und er unbedingt ein Naturprodukt verwenden sollte.
  • Da wird LAS (Lauryl Alkyl Sulfat) als chemisches Produkt verteufelt und Sodium Lauryl Sulfosuccinate als pflanzliches Tensid ausgelobt.

Was tun die Hersteller der Naturprodukte? Sie lassen es offenbar zu, um ihre Umsätze zu steigern. Es ist schon bedauerlich, dass Chemie meist schon früh in der Schule abgewählt werden kann und anschließend diese Personen sich als angebliche Fachleute im Internet tummeln.

Ob Naturkosmetik oder klassische Kosmetik – das ist eine philosophische Frage. Ich entscheide, was ich nutzen will, denn alle Kosmetika nutzen Rohstoffe, die letztlich aus der Natur kommen. Ob aus Erdöl oder von pflanzlichen Trägern, es ist alles Natur. Die Chemie versucht die Synthesewege in der Natur zu erforschen und so natürliche Rohstoffe herzustellen. Unser Chemikaliengesetz verlangt eine gründliche Untersuchung der Stoffe, auch wenn es manchem Naturschützer nicht weit genug geht. Ich habe allerdings noch kein Sicherheitsdatenblatt von Pflaumen gefunden, obwohl im Kern toxische Substanzen sind.

Wie verträgt sich der Auftritt dieser Händler mit der Werbeaussagen-VO? Können diese Händler abgemahnt werden?

 

Werbeaussagen bei kosmetischen Produkten

Die Kosmetik-VO 1223/2009 beschreibt im Artikel 20 Absatz 1:

Bei der Kennzeichnung, der Bereitstellung auf dem Markt und der Werbung für kosmetische Mittel ddürfen keine Texte, Bezeichnungen, Warenzeichen, Abbildungen und andere bildhafte oder nicht bildhafte Zeichen verwendet werden, die Merkmale oder Funktionen vortäuschen, die die betreffenden Erzeugnisse nicht besitzen.

Zu den Werbeaussagen ist die Verordnung 655/2013 vom 10.07.2013 „Festlegung gemeinsamer Kriterien zur Begründung von Werbeaussagen im Zusammenhang mit kosmetischen Mitteln“ zu beachten, die am 11. Juli 2013 in Kraft getreten ist. Sie umfasst Werbeaussagen an den Endkunden in den Bereichen

  • Einhaltung von Rechtsvorschriften
  • Wahrheitstreue
  • Belegbarkeit
  • Redlichkeit
  • Lauterkeit
  • fundierte Entscheidungsfindung

Eine Erläuterung in englischer Sprache wurde in den „Guidelines to Commission Regulation (EU) No 655/2013 laying down common criteria for the justification of claims used in relation to cosmetic products“ im Juli 2013 veröffentlicht.

Haben Sie Fragen zum Thema Werbeaussagen? Wir helfen Ihnen gerne.