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Neu: Chemikalien-Sanktionsverordnung

Am 01.05.2013 trat die Chemikalien-Sanktionsverordnung vom 24. April 2013 (BGBl. I S. 944) in Kraft. In dieser Verordnung werden Straftaten und Ordnungswidrigkeiten von Vergehen gegen diverse Chemikaliengesetze geregelt.

  • VO (EG) 850/2004 (Chemikaliengesetz)
  • VO (EG) 842/2006 (fluorierte Treibhausgase)
  • VO (EG) 1907/2006 (REACh)
  • VO (EG) 689/2008 (Aus- und Einfuhr gefährlicher Chemikalien)
  • VO (EG) 1102/2008 (Quecksilber und Quecksilbervindungen)
  • VO (EG) 1272/2008 (Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen)
  • VO (EG) 1005/2009 (Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen)

Drastische Strafen bis zu 50.000 EUR Geldbuße bei Verstößen gegen die Auskunftspflichten und bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe für Verstöße gegen Beschränkungen werden laut dem Informationsportal REACh verhängt.

Vaseline in der Kosmetik

Vaseline ist oft Bestandteil von Kosmetika und Pharmazeutika. In der zertifizierten Naturkosmetik ist Vaseline verpönt, da es aus Erdöl gewonnen wird. Ein Problem, welches Händler vielfach von ihren Kunden hören. Doch was ist wirklich daran?

1872 ließ der Chemiker Robert Chesebrough den Markennamen Vaseline schützen. Im angelsächischen wird es heute noch als Petroleum Jelly bezeichnet. Chesebrough hatte bei Erdölarbeiten ein gelartiges Produkt entdeckt und so aufgearbeitet, das man es ohne die schmierigen Ölbestandteile verwenden konnte. Er war andiesem Produkt deshalb interessiert, weil die Arbeiter zufällig herausgefunden hatten, dass dieses Schmiermittel Brand- und Schürfwunden besser heilen ließ. Quelle: Chemie.de Information service GmbH

Chemisch besteht Vaseline aus einem Gemisch von höheren Kohlenwasserstoffen mit einem Schmelzpunkt zwischen 38°C und 56°C. Man unterscheidet zwischen der gelben Vaseline und der weissen Vaseline.

Die gelbe Vaseline ist ein technische Produkt, welches auch als Schmiermittel eingesetzt wird und welches aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten kann. Aufgrund dieses Anteils an aromatischen Kohlenwasserstoffen, der i.d.R. kleiner als 0,1 % ist, wird es in der SVHC Liste (Candidate List of Substances of Very High Concern for authorisation) aufgeführt.

Die weisse Vaseline entsteht durch Aufbereitung des technischen Produktes, indem man die aromatischen Kohlenwasserstoffe entfernt. Die weisse Vaseline oder auch Petrolatum genannt, wird unter der CAS-Nr. 8009-03-8 geführt. Die Spezifikation entspricht dem Deutschen Arzneimittelbuch (DAB) bzw. dem Europäischen Arzneibuch (Pharmacopoea Europaea, Ph. Eur.). In Kosmetika und Phamazeutia wird ausschließlich die weisse Vaseline eingesetzt.

Einige Kommentare zu den Vor- und Nachteilen von Vaseline:

REACh – es gibt viel zu tun

2008 wurde REACh, die europäische Chemikalienverordnung, ins Leben gerufen. Ziel ist die bessere Kenntnis aller Chemikalien, die tagtäglich in den Verkehr gebracht werden. Dazu wurden 3 Teilprojekte definiert, in denen die Stoffe untersucht und dokumentiert werden sollen:

  • alle Stoffe, die bis 1000 t/a hergestellt werden
  • alle Stoffe, die zwischen 100 und 1000 t/a hergestellt werden
  • alle Stoffe, die zwischen 1 und 100 t/a hergestellt werden

Das erste Teilprojekt ist bereits abgeschlossen und das zweite endet am 31. Mai dieses Jahres. Bis heute wurden ca. 8.000 Stoffe beschrieben. 1981 hat die EU die versucht, die zu diesem Zeitpunkt im Handel befindlichen Substanzen zu ermitteln. Damals wurden mehr als 100.000 Substanzen im Altstoffverzeichnis angemeldet. Auch wenn nicht alle 100.000 Substanzen unter 1 t/a hergestellt werden, bleibt ein großes Gap zwischen den bereits beschriebenen Stoffen und den noch zu untersuchenden Stoffen. Die Registrierung dieser Stoffe soll bis 2018 abgeschlossen sein.

Allein aus dieser Vielzahl zeigt sich, dass insbesondere KMU’s Unterstützung brauchen werden, um termingerecht die Registrierung durchführen zu können. Da in den folgenden 5 Jahren ca. die 10-fache Menge an Stoffen untersucht werden muss, muss damit gerechnet werden, dass viele Stoffe nach 2018 nicht mehr in den Verkehr gebracht werden dürfen.