Archiv der Kategorie: Chemie

Hormonell schädliche Inhaltsstoffe

Die EU hat zu dem Thema der hormonell schädlichen Inhaltsstoffe Stellung bezogen. Diese Stellungnahme bezieht sich auf Pfanzenschutzmittel und Biozide.

In der Kosmetik-Verordnung ist festgelegt, das die Kommission sie „hinsichtilch Stoffen mit endokrin wirksamen Eigenschaften“ überprüfen muss. Gegenstand dieser Diskussion ist zum Beispiel das Thema Parabene. Die Überprüfung ist überfällig, aber ein Screening bestimmter Kosmetika-Inhaltsstoffe wurde von der Kommission in Auftrag gegeben und steht kurz vor dem Abschluss. Bis Ende des Jahres will die Kommission die Ergebnisse vorlegen.

Quelle: Mitteilung der Kommission an das Europäische Palament und den Rat über endokrine Disruptoren und die Entwürfe der Kommissionsrechtsakte zur Festlegung der wissenschaftlichen Kriterien für ihre Bestimmung im Kontext der EU-Rechtsvorschriften über Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte, 15.06.2016

Übergangsfrist CLP endet Sonntag 31.05.2015!

Ab nächste Woche gilt für die Einstufung, Etikettierung und Verpackung von Gefahrstoffen nur noch die CLP (Classification, Labelling and Packacking of substances and mixtures). Details sind in der EU-Regulation 1272/2008 beschrieben.

Seit dem 1. Dezember 2010 gilt die CLP bereits für die Kennzeichnung von Stoffen. Ab 1.6.2015 müssen alle Stoffe und alle Zubereitungen gemäß der CLP gekennzeichnet werden und die Sicherheitsdatenblätter angepasst sein. Falls Sie Ihre Produkte noch nicht an die neue CLP angepasst haben, wird es höchste Zeit, da alle Symbole und die R- und S-Sätze geändert werden müssen!

Neues Symbol für Gesundheitsgefährdend

Neues Symbol für Gesundheitsgefährdend

Eine augenfällige Änderung ist der Wegfall der Zeichen für reizende Produkte und gesundheitsgefährdende Produkte, also das Andreaskreus mit der Bezeichnung Xn oder Xi. Für das gesundheitsgefahrdend gibt es ein neues Zeichen, reizende Produkte werden überwiegend mit dem Ätzend-Symbol gekennzeichnet werden. Die´Symbole haben keinen orange Hintergrund mehr, sondern einen weißen Hintergrund mit rotem Rand.

Die R- und S-Sätze gehören dann ebenfalls der Vergangenheit an. Statt dessen sind die H- und P-Sätze zwingend vorgeschrieben. H steht für hazard (Gefahr, Risiko) und P für precaution (vorbeugend, Vorsichtsmaßnahme). Im Gegensatz zu den R- und S-Sätzen sind die Phrasen jetzt strukturiert. Dem H folgt eine Ziffer 2-4 und dem P eine Ziffer 1-5. Die Ziffern bedeuten:

  • H2 – physikalische Gefahren
  • H3 – Gesundheitsgefahren
  • H4 – Umweltgefahren
  • P1 – allgemeine Vorsichtsmaßnahmen
  • P2 – vorbeugende Maßnahmen
  • P3 – Reaktionsmaßnahmen
  • P4 – Maßnahmen zur Lagerung
  • P5 – Maßnahmen zur Abfallbeseitigung

Fekunda steht Ihnen für weitere Fragen gerne zur Verfügung.

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Die Übergangszeit für Gefahrstoffe geht zu Ende!

Ab Dezember 2014 dürfen Gefahrstoffe nur noch nach den Bestimmungen der neuen CLP behandelt werden. Mitte 2015 endet auch die Übergangszeit für gefährliche Zubereitungen. Ab diesen Terminen gelten nur noch die neuen Etikettierungen. Die alten R- und S-Sätze werden nicht nur in R- und H-Sätze umbenannt, nein sie erhalten auch neue Inhalte. Bereits heute darf entsprechend der neuen Vorschriften gelabelt werden, ab den oben genannten Terminen muss neu gelabelt werden. Das bedeutet auch, dass ab den Terminen alte Labels nicht mehr statthaft sind. Starten Sie also rechtzeitig, damit alte Label aus den Lägern verschwinden.

Sie wissen nicht genau, was Sie machen müssen? Fragen Sie uns, wir werden Ihnen kompetent weiterhelfen.

EU-Umweltzeichen für Reiniger

EU_EcolabelSeit 1992 wird das EU-Umweltzeichen für umweltfreundliche Reinigungsprodukte vergeben. In der letzten Änderung im Beschluss der Kommission vom 28.06.2011 werden die Kriterien für die Vergabe des EU-Umweltzeichens für Allzweck- und Sanitärreiniger festgelegt. Nach der Verordnung (EG) 66/2010 kann das Umweltzeichen für Produkte vergeben werden, die während ihrer gesamten Lebensdauer geringere Umweltauswirkungen haben.

Wichtigstes Kriterium ist die Toxizität gegenüber Wasserorganismen. Aber genauso werden die Rahmenbedingungen für Verpackungen, Gebrauchsanleitungen und Schulungen vorgegeben. Der Gebrauchstest wird gegen Referenzmuster geprüft.

In Deutschland wird die Abnahme durch die RAL GmbH im Auftrag des UBA durchgeführt. Neben den Kosten für die Abnahme fallen auch laufende jährliche Kosten an. KMU’s – kleine und mittlere Unternehmen – erhalten bei Vorliegen der Bestimmungen nach der Verordnung 96/280/EC bis zu 25% Rabatt.

Fekunda unterstützt Sie in allen Fragen rund um das EU-Umweltzeichen.

 

Brauchen wir noch englisch?

Die englische Sprache hat sich überall etabliert. Sogar in der Chemie. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde noch vieles auf deutsch publiziert und viele Wissenschaftler haben zumindest soviel deutsch verstanden, dass sie es lesen konnten. Heute will keiner mehr etwas vom deutschen wissen, Verlage übernehmen die Übersetzungen, nur um mehr Leser zu bekommen. Kürzlich habe ich einen Artikel gelesen, dass man sogar in Brüssel die deutsche Sprache mehr in den Hintergrund drängen will.

Seit den Veröffentlichungen im Zusammenhang mit den Geheimdiensten wird mir einiges klarer. Die Briten und die US-Amerikaner sparen natürlich immense Übersetzungskosten, wenn alles in englisch frei Haus geliefert wird. Vielleicht sollte unser Parlament auch alles in englisch veröffentlichen, dann müssen sich die Geheimdienste dieser Welt nicht so anstrengen.

Übrigens, die Russen interessieren sich schon wieder für Schreibmaschinen. Gut das meine noch funktioniert.

Neu: Chemikalien-Sanktionsverordnung

Am 01.05.2013 trat die Chemikalien-Sanktionsverordnung vom 24. April 2013 (BGBl. I S. 944) in Kraft. In dieser Verordnung werden Straftaten und Ordnungswidrigkeiten von Vergehen gegen diverse Chemikaliengesetze geregelt.

  • VO (EG) 850/2004 (Chemikaliengesetz)
  • VO (EG) 842/2006 (fluorierte Treibhausgase)
  • VO (EG) 1907/2006 (REACh)
  • VO (EG) 689/2008 (Aus- und Einfuhr gefährlicher Chemikalien)
  • VO (EG) 1102/2008 (Quecksilber und Quecksilbervindungen)
  • VO (EG) 1272/2008 (Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen)
  • VO (EG) 1005/2009 (Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen)

Drastische Strafen bis zu 50.000 EUR Geldbuße bei Verstößen gegen die Auskunftspflichten und bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe für Verstöße gegen Beschränkungen werden laut dem Informationsportal REACh verhängt.

Vaseline in der Kosmetik

Vaseline ist oft Bestandteil von Kosmetika und Pharmazeutika. In der zertifizierten Naturkosmetik ist Vaseline verpönt, da es aus Erdöl gewonnen wird. Ein Problem, welches Händler vielfach von ihren Kunden hören. Doch was ist wirklich daran?

1872 ließ der Chemiker Robert Chesebrough den Markennamen Vaseline schützen. Im angelsächischen wird es heute noch als Petroleum Jelly bezeichnet. Chesebrough hatte bei Erdölarbeiten ein gelartiges Produkt entdeckt und so aufgearbeitet, das man es ohne die schmierigen Ölbestandteile verwenden konnte. Er war andiesem Produkt deshalb interessiert, weil die Arbeiter zufällig herausgefunden hatten, dass dieses Schmiermittel Brand- und Schürfwunden besser heilen ließ. Quelle: Chemie.de Information service GmbH

Chemisch besteht Vaseline aus einem Gemisch von höheren Kohlenwasserstoffen mit einem Schmelzpunkt zwischen 38°C und 56°C. Man unterscheidet zwischen der gelben Vaseline und der weissen Vaseline.

Die gelbe Vaseline ist ein technische Produkt, welches auch als Schmiermittel eingesetzt wird und welches aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten kann. Aufgrund dieses Anteils an aromatischen Kohlenwasserstoffen, der i.d.R. kleiner als 0,1 % ist, wird es in der SVHC Liste (Candidate List of Substances of Very High Concern for authorisation) aufgeführt.

Die weisse Vaseline entsteht durch Aufbereitung des technischen Produktes, indem man die aromatischen Kohlenwasserstoffe entfernt. Die weisse Vaseline oder auch Petrolatum genannt, wird unter der CAS-Nr. 8009-03-8 geführt. Die Spezifikation entspricht dem Deutschen Arzneimittelbuch (DAB) bzw. dem Europäischen Arzneibuch (Pharmacopoea Europaea, Ph. Eur.). In Kosmetika und Phamazeutia wird ausschließlich die weisse Vaseline eingesetzt.

Einige Kommentare zu den Vor- und Nachteilen von Vaseline:

REACh – es gibt viel zu tun

2008 wurde REACh, die europäische Chemikalienverordnung, ins Leben gerufen. Ziel ist die bessere Kenntnis aller Chemikalien, die tagtäglich in den Verkehr gebracht werden. Dazu wurden 3 Teilprojekte definiert, in denen die Stoffe untersucht und dokumentiert werden sollen:

  • alle Stoffe, die bis 1000 t/a hergestellt werden
  • alle Stoffe, die zwischen 100 und 1000 t/a hergestellt werden
  • alle Stoffe, die zwischen 1 und 100 t/a hergestellt werden

Das erste Teilprojekt ist bereits abgeschlossen und das zweite endet am 31. Mai dieses Jahres. Bis heute wurden ca. 8.000 Stoffe beschrieben. 1981 hat die EU die versucht, die zu diesem Zeitpunkt im Handel befindlichen Substanzen zu ermitteln. Damals wurden mehr als 100.000 Substanzen im Altstoffverzeichnis angemeldet. Auch wenn nicht alle 100.000 Substanzen unter 1 t/a hergestellt werden, bleibt ein großes Gap zwischen den bereits beschriebenen Stoffen und den noch zu untersuchenden Stoffen. Die Registrierung dieser Stoffe soll bis 2018 abgeschlossen sein.

Allein aus dieser Vielzahl zeigt sich, dass insbesondere KMU’s Unterstützung brauchen werden, um termingerecht die Registrierung durchführen zu können. Da in den folgenden 5 Jahren ca. die 10-fache Menge an Stoffen untersucht werden muss, muss damit gerechnet werden, dass viele Stoffe nach 2018 nicht mehr in den Verkehr gebracht werden dürfen.