Archiv für den Monat: Januar 2017

Methylisothiazolinon ab 12.02.2017 verboten

Mit der Verordnung (EU) 2016/1198 vom 22. Juli 2016 hat die Kommission die Verwendung von Methylisothiazolinon in allen kosmetischne leave-on Produkten ab dem 12. Februar 2017 verboten.

Der Wissenschaftliche Ausschuss „Verbrauchersicherheit“ (SCCS) hat seit Ende 2013 den Konservierungsstoff Methylisothiazolinon getestet und kam zu dem Schluss, das die Verwendung von 100 ppm Methylisothiazolinon in kosmetischen Produkten für den Endbenutzer nicht sicher ist. Für kosmetische Mittel, die auf der Haut/im Haar verbleiben (Leave-on-Produkte), einschließlich Feuchttücher, wurden weder für Induktion noch für Elizitation unbedenkliche Konzentrationen von Methylisothiazolinon angemessen nachgewiesen.

Um weitere allergische Reaktionen zu vermeiden, wurde Methylisothiazolinon in leave-on Produkten verboten. Ab dem 12. February 2017 dürfen nur kosmetische Mittel, die den Bestimmungen dieser Verordnung entsprechen, in der EU in Verkehr gebracht und bereitgestellt werden.

Leave-on Produkte: Body Lotions, Pflegecremes, Stylingprodukte, etc.

Leave-off Produkte: Shampoos, Conditioner,etc.

Ist zertifizierte Kosmetik besser?

Bevor ich auf die Frage eingehe, habe ich eine andere Frage. Bekommen Sie bessere Produkte von Unternehmen, die nach ISO 9001 zertifiziert sind?

Zertifizierung ist teuer. Aber wo liegt der Vorteil? Sicherlich ist es von Vorteil, wenn ich ich mich auf éine bestimmte Zielgruppe fokussieren kann. Aber leider gibt es für die Zertifizierung von Kosmetik keine Harmonisierung unter den Anbietern. Dies ist mit sicherheit das größte Problem. Jeder Zertifizierer hat sein eigenes Regelwerk, welches vom Produkthersteller eingehalten werden muss. In der Regel bezieht sich die Zertifizierung auf die Auswahl von Rohstoffen, Hauptrohstoffe sind natürliche Materialien wie Öle oder Naturstoffextrakte. Die meisten Menschen, die Naturkosmetik suchen, glauben, dass Naturprodukte harmlos sind, eben grün.

2015 untersuchte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Kräuter wie Rosmarin, Dill, Oregano und Schnittlauch auf Pestizidrückstände. In 6,5 – 9,0 % der Proben wurde der Grenzwert für Pestizide überschritten. Diese Ergebnisse sind zwar für Lebensmittel, aber auch aus solchen Kräutern werden Rohstoffe für Kosmetik hergestellt. Wie sieht es hier mit Pestiziden aus? Mir wurde bislang nur einmal eine Pestizidanalyse für eine Charge Bienenwachs vorgelegt.

Nächstes Problem sind allergische Reaktionen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, das auch zertifizierte Rohstoffe keinen Schutz bieten. Warum verlangen Zertifizierer keinen Nachweis?

Ich denke, es gibt noch viel zu tun.