Werbeaussagen bei Händlern von Naturkosmetik

Das Internet wird heute oftmals als Vertriebsplattform genutzt. Das ist für den Verbraucher auch hilfreich und aufschlußreich. Auffallend ist nur, dass einige Zeitgenossen in Deutschland, Österreich und der Schweiz – also im deutschsprachigen Raum – keine Argumente für ihre Produkte finden. Sie machen den Wettbwerb schlecht und glauben, sich so einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen. Diese Form des Wettbewerbs hat mir noch nie behagt und deshalb habe ich mich systematisch von alle Firmen getrennt, deren Vertriebsbeauftrage als einziges Argument den ja so schlechten Wettbewerber kannten.

Im Bereich der Naturkosmetik findet man dieses Verhalten ebenfalls. Offenbar ist es den Herstellern ziemlich egal, wie ihre Produkte vertrieben werden. Da wird von einigen Händlern gegen die Chemie gewettert, was es das Zeug hält. Aber wenn man die Argumente mal liest, dann stellt man sehr schnell fest, dass diese Personen überhaupt keine Ahnung davon haben, was sie schreiben. Copy & Paste heißt das Zauberwort.

  • Da werden kosmetische Silikonverbindungen als biologisch nicht abbaubar beschrieben – dann dürften sie erst gar nicht verkauft werden.
  • Da wird 1,4-Dioxan mit Dioxin verwechselt – da würde kein Hersteller mehr Ethoxylate herstellen und der Vertrieb wäre längs verboten worden.
  • Da werden Sicherheitsdaten ohne Kenntnis der Bedeutung verwendet, nur um dem Verbraucher zu zeigen, wie schädlich doch sein jetziges Produkt angeblich ist und er unbedingt ein Naturprodukt verwenden sollte.
  • Da wird LAS (Lauryl Alkyl Sulfat) als chemisches Produkt verteufelt und Sodium Lauryl Sulfosuccinate als pflanzliches Tensid ausgelobt.

Was tun die Hersteller der Naturprodukte? Sie lassen es offenbar zu, um ihre Umsätze zu steigern. Es ist schon bedauerlich, dass Chemie meist schon früh in der Schule abgewählt werden kann und anschließend diese Personen sich als angebliche Fachleute im Internet tummeln.

Ob Naturkosmetik oder klassische Kosmetik – das ist eine philosophische Frage. Ich entscheide, was ich nutzen will, denn alle Kosmetika nutzen Rohstoffe, die letztlich aus der Natur kommen. Ob aus Erdöl oder von pflanzlichen Trägern, es ist alles Natur. Die Chemie versucht die Synthesewege in der Natur zu erforschen und so natürliche Rohstoffe herzustellen. Unser Chemikaliengesetz verlangt eine gründliche Untersuchung der Stoffe, auch wenn es manchem Naturschützer nicht weit genug geht. Ich habe allerdings noch kein Sicherheitsdatenblatt von Pflaumen gefunden, obwohl im Kern toxische Substanzen sind.

Wie verträgt sich der Auftritt dieser Händler mit der Werbeaussagen-VO? Können diese Händler abgemahnt werden?