Naturkosmetik – zertifizieren oder nicht?

Viele Konsumenten wünschen sich eine Kosmetik, die ihrer Haut nicht schadet oder die keine Allergien hervorruft. Dabei soll die Naturkosmetik helfen. Der Begriff Naturkosmetik ist aber nicht definiert. Um diesem Umstand abzuhelfen, wurden einige Institutionen ins Leben gerufen, die versucht haben diesen Begriff für sich zu definieren. Anwender, die nach diesen Vorgaben formulieren, haben dann die Möglich, ihr Produkt zertifizieren zu lassen. Einige der in Deutschland bekanntesten Unternehmen sind ecocert in Frankreich, NaTRUE oder der Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V., der BDIH.

Der Nachteil der fehlenden Begriffsbestimmung kommt aber sehr schnell zu Tage, da sich allein diese drei Institutionen auf keinen gemeinsamen Nenner einigen können. So kann es passieren, dass ein Stoff bei einem erlaubt ist, aber bei dem anderen verboten ist.

Was also tun? Ich bin der Meinung, dass die verwendeten Substanzen auf jeden Fall dem Konsumenten helfen sollen, sein kosmetisches Problem zu lösen. Dabei sollen keine oder nur minimale Nebenreaktionen den Verwender belasten. Ein natürlicher Stoff ist nämlich nicht zwangsläufig auch harmlos. Nehmen Sie z.B. die Tollkirsche, in kleinen Dosen lebensrettend, in Übermaß tödlich. Ein Extrembeispiel, aber es zeigt, wie gefährlich auch ein Naturstoff sein kann.

Auslöser für Allergien, Reizungen etc. sind oftmals nicht die Hauptsubstanzen, sondern die Nebenbestandteile. Zigarettenrauch hat. z.B. mehr als 1000 Substanzen in kleinsten Mengen. Welcher ist allergieauslösend? Welcher ist krebsauslösend? In welcher Zusammensetzung? Das sind die Fragen, die die Chemiker untersuchen und möglichst aufklären wollen. Genauso ist es mit Substanzen für die Kosmetik. Natürliche Öle haben z.B. eine unterschiedliche Zusammensetzung, je nachdem ob die Pflanzen viel Sonne bekommen haben oder wenig. Je nach Zusammensetzung des Bodens. Dadurch können sich z.B. auch Metallverbindungen im Öl anreichern. Wann wird also eine Naturkosmetik schädlich?

Da noch zu viele Fragen ungelöst sind, befürworte ich Rezepturen, die aus definierten Substanzen erstellt werden. Diese Substanzen können natürlichen Ursprungs sein, aber genau so gut auch synthetisiert worden sein. Wichtig ist, nach dem Stand der Wissenschaft die Substanzen zu verwenden, die das kleinste Übel für den Konsumenten versprechen.